blechroller.net
zuhause
roller
sonstiges
fotos
links
projekte
kontakt
index » projekte
Projekte rund um die 150 Sprint
Als Fahrer einer älteren bis klassischen Vespa kommt man um gelegentliche Wartungsarbeiten nicht drumherum. Man sollte schon ein wenig handwerkliches Geschick haben, da doch ab und an mal ein Bowdenzug reißt oder der Motor vielleicht mal nicht so will wie er soll etc.
Das soll nun keinesfalls heißen, dass die Vespa an sich ein unzuverlässiges Fahrzeug ist. Die erforderliche Wartung vorausgesetzt, läuft die Vespa eigentlich wie ein Uhrwerk. Nur sollte man sich darüber eben im Klaren sein, dass ab und an auch mal ein wenig dafür getan werden muss.
Trägt man sich dann noch mit dem Gedanken, eine ältere Vespa kaufen und bewegen zu wollen, ja dann entdeckt man vielleicht auch hier und da mal ein wenig Rost und möglicherweise einige unbequeme Dinge mehr. Wenn aber der Rahmen z.B. nicht unrettbar durchrostet ist und auf den ersten und zweiten Blick alle Anbauteile dabei sind, genügt es, ein wenig Arbeit, Geld und Zeit zu investieren und schon bald hat man die alte Dame wiederhergestellt. Das setzt natürlich auch voraus, dass man sein Ziel kennt (top restauriertes Kippelmoped oder lauffähige Ranzkarre).

Im folgenden will ich mal beschreiben, welche Historie mein Zweirad unter meinen zwei linken Händen schon hinter sich hat:

pfeil Der Kauf
pfeil Die Instandsetzung
pfeil Vergaserabstimmung - ganz grosses Tennis!
pfeil Die eigentliche Restauration
pfeil Zusammenbau
pfeil Motor wieder auf...
pfeil ...und gleich wieder zu


Kauf und Instandsetzung

Kauf | Im Oktober 2005...

... habe ich die Sprint durch Zufall entdeckt. Ein guter Freund von mir war im GSF auf der Suche nach einem Roller. Während des Verkaufsgesprächs wurde vom Verkäufer erwähnt, dass auch noch eine 150 Sprint abzugeben sei. Mein Kumpel erinnerte sich daran, dass ich auch gerade auf der Suche nach einem Oldie war- ich erhielt also einen Anruf, am nächsten Tag wurde die Reuse besichtigt und bald darauf gekauft.

Für relativ nicht unbedingt schmales Geld erwarb ich also einen fast komplett originalen Roller, der laut Fahrzeugbrief bisher nur 2 Vorbesitzer hatte (bei dem einen war sie fast 20 Jahre im Besitz).

  mehr...

Die Substanz war/ ist sehr gut; es gibt lediglich ein wenig Flugrost und ein (typisches Sprint Phänomen) weggegammeltes Stückchen Trittblech unterhalb der linken Seitenbacke. Der originale Motor war fest; diesen wollte ich aber ohnehin nicht verwenden. Warum, steht weiter unten im Text. Leider war auch kein Originallack mehr vorhanden, sondern alles in einer Art British Racing Green übergejaucht worden. Zum damaligen Zeitpunkt und in Anbetracht des Preises hat mich das allerdings nicht gestört.


⇒ Exkurs Kaufberatung:
Wer sich im übrigen mit dem Gedanken trägt, aber unsicher ist beim Kauf einer Blech-Vespa: auf Kugelmoped.de gibt es eine hervorragend bebilderte Kaufberatung, die so ziemlich auf alle möglichen Schwachstellen und Prüfpunkte hinweist. "Gilt" zwar nur für Smallframe, aber auch ein Largeframe-Interessent kann so einiges damit anfangen, behaupte ich mal.


Ooginol oder Custom?

Die erste Entscheidung, die ich zu treffen hatte, war die der Restauration. Damals wie heute bin ich der Meinung, dass zwar die Sprint mit Baujahr 71 auch schon ein Oldie ist, aber noch keinen soo großen Seltenheitswert wie eine Rally oder gar eine SS180 hat; diese beiden Typen würde ich nie zu einem Custom Gefährt umbauen sondern immer original restaurieren. Grundsätzlich bin ich aber auch kein Freund von "Totalumbauten" (Riffelblech statt Trittleisten, Flip-Flop-Lack und dergleichen) - mein Ziel war schon, so wenig wie möglich äußerlich den Original-Eindruck zu stören.

Bei meiner Sprint jedoch fiel die Entscheidung relativ schnell; ich wollte einen zuverlässigen Motor mit ordentlich Dampf sowie einen Rennauspuff fahren. Da der PX200 Motor perfekt in den Sprint Rahmen passt und ein Kumpel damals gerade seine PX200 in Einzelteilen verkaufte, nahm ich die Gelegenheit wahr und erstand den kompletten 200er Motor. Weitere Modifikationen sollte der Roller aber nicht erhalten; ich wollte trotzdem äußerlich so viel wie möglich von dem originalen Erscheinungsbild erhalten. Dies wird also "nur" durch den Rennauspuff gestört. Eine Neulackierung hob ich mir für später auf- kam allerdings auch überhaupt nur in Frage, da wie oben schon erwähnt, eh kein Originallack mehr vorhanden war.




Entrümpeln | November 2005

Nachdem die Sprint erstmal in der Werkstatt war, ging es ans Eingemachte. Fast alle Bestandteile der Karosserie, die abzubauen waren, wurden entfernt, um dem größten Rollerfeind, dem Rost, auf die Spur zu kommen (Konsequenterweise hätte man an der Stelle an sich keine Flickerei begonnen, sondern bereits zu diesem Zeitpunkt alles Strahlen, Schweißen und Lackieren sollen. Aber dies sollte später folgen; will ja schließlich auch alles bezahlt werden...).

Zu meinem Erstaunen war es nicht so schlimm wie erwartet. Einzig ein ca. 2cm breites Stück am Ende des linken Trittblechs (das Stück, welches unterhalb der linken Seitenhaube liegt) war weggegammelt. Hier habe ich dann zunächst mit einigen Lagen GFK nachgebessert. Bei einer Neulackierung soll dieses Stück natürlich gegen neues Blech ersetzt werden. Einige Anbauteile (u.a. Rücklicht) waren nicht vorhanden oder derart vergammelt, dass sie neu beschafft werden mussten. Wer das nötige Kleingeld hat, gönnt sich das Repro-Rücklicht in Metallausführung. Macht einen deutlich schlankeren Fuß als die Version aus Plastik. Die 25-30 EUR Differenz lohnen sich wirklich!

Zum Glück war der Tacho noch vorhanden, intakt und voll funktionsfähig sowie auch die Sitzbank war relativ neu und in einem sehr guten Zustand. Zum Tacho noch kurz: Repro-Tachos von Ranjid oder woher auch immer sind nicht passgenau, leider. Das Gehäuse selbst ragt nach innen zu weit in den Lenker hinein und läßt das Instrument satte 5-drölf mm überstehen; zumindest meine Erfahrungen. Also großes Glück für den, da wo der originale Anzeiger noch da ist...
Bei mir war übrigens auch die Aufnahme für die Tachobeleuchtung (Original: kleine Sofitte) ziemlich ausgenudelt. Die Repro-Hersteller bieten hier völlig andere Fassungen für kleine Glühbirnen an- was also tun? Ich habe mir eine Sofitte mit LED-Innenleben besorgt (gibts im großen Elektronik-Versandhaus online) und das Innenleben einfach ausgebaut. An ein Ende wird eine kleine Sprungfeder gelötet, ans andere Ende das Plus-Kabel und hinein damit in den Tacho. Hält gut und macht Licht. Ich werde mal noch nach einem Foto kramen...



Weitestgehend wurden also Verschleißteile durch Neuteile ersetzt (Züge, Tachowelle etc.). Der originale Sprint Motor flog auch raus und machte Platz für die PX Maschine. Diese wurde übrigens mit einem 210 Malossi Zylinder ausgerüstet und wird durch einen 30er Koso Vergaser (jaja, der Koso; darauf soll später noch eingegangen werden) beatmet. Die Kurbelwelle ist eine feingewuchtete 57mm Rennwelle. Den Sprint Motor habe ich übrigens nicht mehr sondern beim großen Auktionshaus verkauft.




Instandsetzen | Dezember 2005

Eine Nuß, die ich unter anderem beim Zusammenbau zu knacken hatte, war das festgerostete Bremspedal. Soll auch häufiger bei Sprints mal vorkommen, die lange Zeit -wahrscheinlich im Freien- rumstanden. Nachdem ich die Pedalachse einige Tage mit WD40 eingeweicht hatte, ließ sich diese dann endlich auch mal bewegen. Der Splint/Bolzen, der das Pedal auf der Achse sichert, ließ sich danach trotzdem nicht entfernen. Nach einigem Biegen und Brechen hatte ich das Pedal dann soweit gedreht, dass ich von der Unterseite her mit einem Körner und Hammer den Splint ausschlagen konnte. War Fummelkram, aber ging.

Durch den Einsatz des PX Motors war auch eine Umrüstung der Elektrik auf 12V nötig. Die originale Batterie der 6V Schaltung der Sprint fiel damit weg, an dem vorhandenen Platz unter der linken Haube wurde der Spannungsregler montiert.
Bei der Umrüstung der Verkabelung mussten einige Kabel grundlegend anders verlegt werden; an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Patrick, ohne den ich das damals sicher nicht geschafft hätte. Achtung: hier ist auch noch der gedankliche Spagat für die Schalter (Öffner → Schließer) hinzubekommen!
Wir haben uns damals auf den Eigenbau-Kabelbaum des Vorbesitzers gestürzt- dieser bestand aus einer losen Draht(!)sammlung in vielen schönen Farben (die aber keinerlei System erkennen liessen) und so schönen Dingen wie Lüsterklemmen als "Verteiler" mitten im Rahmentunnel. Ohne Worte. Hier könnt ihr nachlesen, wie man es vernünftig macht.
Jedenfalls: auf einmal blinkte, hupte und leuchtete die Kiste so, wie sie sollte. Das originale Zündschloss ist ziemlich ausgeleiert, daher habe ich beim großen Auktionshaus von einem Verkäufer in Griechenland ein neues zu 25 EUR ersteigert- immerhin ein original SIEM Teil mit Schlüssel und in guter Qualität.




Feintuning und TÜV | Frühjahr 2006

So, nachdem nun alle Komponenten verbaut waren und der Roller fahrbereit war, ging es ans Abstimmen. Da der Koso ein kleiner feiner Mist-Vergaser ist, der viel Gefrickel in Sachen Abstimmung verlangt, hat es ziemlich lange gedauert, bis ich eine einigermassen lauffähige Bedüsung/ Nadelkombination gefunden hatte. Das kleine Ding reagiert so ziemlich auf jede Veränderung an Nadel, -position, Leerlaufgemisch, Standgas, Neben- und Hauptdüse; das alles noch kombiniert mit einer ab Werk absolut hakeligen Schwimmereinstellung, an der man auch noch feilen muss sowie einer ab Werk im Vollgasbereich recht mageren Spritversorgung. Hier ist es notwendig, die Aufnahme am Schwimmerventil der Dichtkammer um einige Bohrungen zu erweitern.

Alles in allem also absolut kein Plug & Play Vergaser. Eine unschätzbare Hilfe mit Erfahrungsaustausch war an dieser Stelle auch mal wieder das GSF, wo auch einige andere "Leidensgenossen" diesen Kompaktvergaser verbaut haben und davon berichten. Im Grunde genommen "düse" ich noch heute ab und zu neu ab und bin auch immer noch nicht 100%-ig zufrieden mit der verbauten Nadel. Gerade diese sind aber ebenfalls Mangelware und nicht immer nachzubekommen.


Bis März 2006 musste zumindest auch TÜV gemacht werden, damit ohne große Schwierigkeiten die fast schon 1 1/2 Jahre Abmeldung nicht zu einer Stilllegung führen würde. Den TÜV sowie zugehörigen Prüfstandlauf erledigte Scooter & Service in Hamburg prombt und ohne Schwierigkeiten.
Nun musste nur noch eine Zulassung her. Bedingt durch einen Streik der öffentlichen Einrichtungen war dies in Hamburg aber ein Spießrutenlauf- die Empfehlung vieler Zulassungsstellen lautete oft so: "...am besten, Sie kommen schon morgens um 5 Uhr hierher, reihen sich in die Schlange der Wartenden ein- und kommen dann mit etwas Glück auch gegen 8 Uhr schon dran. Die anderen müssen wir ein paar Stunden später meist wieder nach Hause schicken...". Nun ja. Dank eines mobilen TÜV-Standes konnte ich aber völlig reibungslos irgendwann im März auch endlich in den Besitz eines Kuchenblechs samt Plakette kommen-
und so fährt die Kiste bis zum heutigen Tag.




Alltag und Touren | 2006-2007

In der meisten Zeit fuhr ich also Alltagsstrecken mit dem Roller. Hier und da auch mal ein paar ausgedehnte Landstraßentouren (zum einen mein eigener Junggesellenabschied in der Provinz vor Hamburg; jaja, ich wurde nicht geschont, musste da auch durch, war aber gar net schlimm; zum anderen eine feine Tour nach Rotenburg zum Minusschrauber-Beschleunigungsrennen); alles in allem aber ohne große Probleme. Auf der Rotenburg Tour hat sich zwar mein Koso fast verabschiedet (der Nadelclip, der diese auf einer Position hält, hat sich während der Fahrt auf und davon gemacht und somit hatte ich auf der Tour mit den unmöglichsten Fahrverhalten und -phänomenen zu kämpfen), aber auch das wurde nach längerer Fehlersuche behoben. Bewährt hat sich da übrigens das mitgeführte Bordwerkzeug.



Wiederaufbau Teil 2

Juni | 2007

Außer einigen kleineren und mittelgroßen Touren im Hamburger Umland gab es keine nennenswerten Dinge zu berichten. Der Roller läuft und läuft und läuft. So soll es sein.




September | 2007

Na schön, wir haben Anfang September, aber so langsam neigt sich für mich die Rollersasion dem Ende entgegen und endlich, endlich, ist es bald soweit- die "Restauration" beginnt! Da eh alles auseinandergenommen werden soll, passt es ganz gut, dass erst jetzt ein gewisses Schlingern am Hinterrad aufgefallen ist. Nach Eingrenzung bleiben hier nur noch Lager, Bremstrommel oder im schlimmsten Fall Hauptwelle als Übeltäter übrig. Naja. Ich werde alsbald berichten und dokumentieren, wie es damit vorangeht.




Oktober | 2007

Erst einmal ein Update zum Schlinger-Verdacht: hat sich zumindest beim Fahren als Quark erwiesen. Irgendwie ist davon nix mehr zu spüren. Aber da ja nun eh der Motor auseinandergenommen wird, werde ich natürlich auch mal diese Dinge genauer unter die Lupe nehmen...
Nach einer langen und schönen Tour zum Sasionabschluss (hier gibt´s ein paar Fotos zu sehen) ging es der alten Dame noch einmal mit dem Hochdruckreiniger an den Kragen und dann konnte das Auseinandernehmen beginnen. Nach investierten 2 Stunden sind nun sämtliche Anbauteile und Backen abmontiert. Das schöne daran ist, dass solche Dinge wie Züge und Kabelstränge nicht geschont werden müssen, sondern das man alles einfach auseinanderreißen darf :-). Es soll schließlich alles neu gemacht werden; auch der Kabelbaum.
Demnächst folgen weitere Bau-Berichte und vielleicht auch ein paar Bilder...



Abwracken | Oktober 2007


So, jetzt geht es mal weiter. Mittlerweile ist die Gabel ausgebaut und der Auspuff ab. Am Rahmen hängt somit nur noch der Motor. Momentan beschäftige ich mich damit, den Kotflügel runterzubekommen. Zuvor müssen die unteren Lagerschalen abgeklopft werden; eine etwas mühsame Arbeit. Alles in allem glaube ich aber, in 14 Tagen den Rahmen zum Glasperlstrahlen bringen zu können. Dann werde ich auch sehen, wieviel noch vom guten Blech übrig ist...

Es ist vollbracht- die Möhre ist komplett auseinander. Nun kann unmittelbar alles zum Strahlen gegeben werden. Wie man schon auf diesen Fotos sehen kann, zeigt sich hier und da aber doch die eine oder andere Stelle mit Rostblasen. Hoffentlich wird das keine größere Baustelle. Insgesamt ließ sich aber alles gut demontieren. Während der Strahl- und Lackierarbeiten habe ich mir eine Motorrevision vorgenommen sowie das Aufpolieren diverser Anbauteile wie Trittleisten etc.
Ich möchte ungern zu viele Nachbauteile verbauen und lieber versuchen, die originalen Teile zu erhalten.

Um die ganzen Kleinteile beim Zusammenbau nicht lange suchen zu müssen, habe ich übrigens je Bauteil/ Baugruppe alles in kleine Gefrierbeutel gegeben und beschriftet, falls man es doch auf den ersten Blick mal nicht erkennt. So hat man alles schnell zur Hand und muss nicht in einer riesigen Kleinteilkiste wühlen. Außerdem bleibt so hoffentlich der Moment aus, in dem man sich wundert, warum immer noch Schrauben übriggeblieben sind...




Blecharbeiten | Glasperlstrahlen November 2007
Tja, das ist nun davon übrig geblieben: alle Einzelteile kurz vor der Übergabe an den Glasperlstrahler. Zu erwähnen vielleicht noch, dass hier nicht der originale Tank der Sprint verwendet wird, sondern ein PX Behälter hier seinen Dienst tut. Dieser war halt damals dabei, als ich den PX Motor erwarb; außerdem war der Sprint-Behälter total fertig. Bisher hat es mich nicht gestört; ich bin gespannt, wie er zum Gesamtbild passt, wenn er lackiert wurde. Etwas störend fand ich ja schon immer den Stöpsel für Öl sowie die Vorrichtung der Tankanzeige. Naja, eventuell kommt später noch mal ein "richtiger" Sprint Tank dazu.

Weiter gehts mit Bildern, wenn das blanke Blech zu sehen ist...Und: ja, es ist Herbst draußen.


Tja, so sieht es dann aus, wenn alles an Lack weg ist. Ich war angenehm überrascht! An Durchrostungen zeigte sich lediglich die bekannte Ecke am Trittblech links hinten und außerdem zwei Löcher in der linken Seitenbacke unten. Hatte ich vorher nie bemerkt.
Jetzt liegt alles in den Händen meines Lackierers, der die Löcher wieder zuschweißt, die ich mal gebohrt hatte bzw. die gerostet sind und dann endlich den Lack aufträgt. Hier habe ich mich übrigens für einen Volkswagen Farbton entschieden: cremeweiß.



Gabel neu lacken | November 2007
Zu einem Neuaufbau gehört natürlich irgendwie auch die Gabel dazu. Es gibt meiner Ansicht nach zwei Wege, um diese wieder gescheit auf Vordermann zu bringen:

pfeil Möglichkeit 1 wäre die der kompletten Demontage, Glasperlstrahlen und anschließendes Pulverbeschichten.
pfeil Möglichkeit 2 wäre die weitestgehend mögliche Demontage, Entlacken per Bohrmaschine/Schwingschleifer/Hand und anschließendes Lackieren.

Ich habe mich für die zweite Möglichkeit entschieden. Für Möglichkeit 1 muss die Gabel wirklich komplett auseinander, d.h. auch die Schwinge und deren Lager müssen demontiert werden. Nach Studium von einigen Erfahrungsberichten im GSF war mir klar, dass dies nicht so ohne weiteres machbar ist. Zudem konnte ich nirgends die benötigten Lager als Ersatzteil auftreiben (scheint für die Sprint einigermassen schwierig zu sein)- und diese sind zwingend zu ersetzen, wenn man die Gabel zum Strahlen gibt. Ich weiß, dass ist nicht die 100%-ige Lösung, aber allemal eine 90% Variante.

So habe ich also die Gabel so weit wie möglich auseinandergebaut, Lager und Wellen blieben fest verbaut und dann gings den alten Lackschichten mit Stahlbürstenaufsatz und Bohrmaschine an den Kragen. Sollte man im übrigen draußen machen und Lageröffnungen sowie Schmiernippel etc. mit Gewebeband abkleben- es staubt.
Dann noch etwas mit Schleifpapier nacharbeiten, fertig. Erstaunlicherweise wird die Oberfläche (vorsichtiger Umgang mit der Bohrmaschine vorausgesetzt) kaum in Mitleidenschaft gezogen.

Das Resultat kann sich, wie ich finde, durchaus sehen lassen. Aktuell wird die Gabel dann noch mit Rostschutz Haftgrund grundiert und anschließend mit Buntlack im annähernd originalen Grau-Farbton (RAL 7042) lackiert (inkl. Klarlack). Sollte damit einiges aushalten. Mittlerweile ist die Gabel auch schon fast fertig lackiert und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich weiß nur noch nicht, ob ich alles mit einer weiteren Schicht Farbe oder Klarlack zum Abschluss bringen soll. Bilder folgen hier in Kürze.



Motor überholen | immer noch November 2007
Jaja, auch die Maschine selbst wird überholt. Was bisher geschah, sieht man hier.
Zum oben mal erwähnten Schlingerverdacht kann ich nun mit Sicherheit sagen, dass es nicht an der Antriebswelle oder deren Lagerung liegt. Ich hatte wohl damals ein empfindliches "Popometer"- zugegeben bin ich auch auf leicht regennasser Fahrbahn gefahren, womit sich der Schlingerverdacht begründen ließe.

Neues Lackkleid | Januar 2008
Juchee! Endlich ist es soweit! Gestern konnte ich nach langer Wartezeit endlich alle Einzelteile vom Lackierer abholen.


Das bedeutet, nun geht es an den Zusammenbau. Begonnen habe ich schon mal, wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, mit der Versiegelung des Unterbodens im Bereich der Räder. Hier gibts übrigens die komplette Bilderserie.

Gestern habe ich mich dann an die Gabel gemacht. Diese wurde in der Zwischenzeit grundiert und lackiert und sieht nun so aus:

   

Den neu gekauften Stoßdämpfer (im Bild oben) würde ich der Optik wegen nicht noch ein zweites Mal kaufen. Auf dem Foto sieht man sehr gut, wie Ranjid offenbar eine einfache Gummihülse unsauber als Verkleidung abgeschnitten hat. Ätzend. Da lohnt es sich doch, noch 15 EUR mehr auszugeben und die Version einzukaufen, bei der diese Hülse aus Metall ist.
Aber gut- beim nächsten Roller dann...

Der Wiedereinbau der Feder und des Stoßdämpfers war zwar ein Kraftakt, letztlich ist es aber dann doch gelungen. Hier geht man am Besten so vor, dass zunächst die Feder eingebaut wird und anschließend der Stoßdämpfer nur an der oberen Aufnahme verschraubt wird. Die Gabel wird danach von oben belastet (am besten mit dem ganzen zur Verfügung stehenden Körpergewicht) und dann der untere Bolzen für den Stoßdämpfer reingeprügelt. Optimalerweise macht man es zu zweit...

Außerdem habe ich gestern dann noch den Hauptständer verbaut. Leider läßt sich der originale Ständer nicht verwenden, da in Kombination mit PX Maschine zu kurz. Also hatte ich mir schon vor dem Neuaufbau einen PX Hauptständer besorgt, der nun perfekt passt.
Nun kann der Rahmen, am Heck noch durch eine Kiste abgestützt, wieder auf "eigenen" Beinen stehen. Ist m.E. für den weiteren Verlauf ganz praktisch, da man so überall gut drankommt und den Rahmen nicht kompliziert lagern muss.

Weiter gehts. Zunächst habe ich die Zierleisten am Kotflügel montiert; das geht im ausgebauten Zustand deutlich leichter. Da ich die Zierleisten bereits am "alten" Roller vermisst habe, mussten hier neue (indische Repro) her. Die hat Ranjid allerdings nicht so ganz passgenau gemacht. Somit musste ich gleich das erste Loch in den frischen Lack bohren- naja. Gut zu erkennen auch hier die schwarze Unterbodenschutz-Pampe.

Mittlerweile ist die Gabel bereits wieder eingebaut, der Kotflügel ist dran und auch einige Trittleisten habe ich schon wieder montiert. Zum Thema Gabel und Lagerschalen vielleicht noch: wie weiter oben schon erwähnt, ist die Gabel nicht 100% restauriert. Lager etc. sind nach wie vor die alten. Auch die Lagerschalen im Rahmen habe ich drin gelassen. Nach Glasperlstrahlen und Lacken habe ich diese nur vom Lack befreit; Kugellager und weitere Lagerteile sind dann natürlich neu.
Die Trittleisten habe ich zuvor komplett gesäubert und anschließend ebenfalls poliert. Allerdings nur matt; alles andere erschien mir zu aufwändig. Das Ergebnis kann sich aber sehen lassen, wie ich finde. Dazu passende neue Endstücke und neues Gummi und schwupp sehen die Dinger aus wie neu.

  hier noch mehr...

Hochzeit | Februar 2008
Der Motor ist drin! Nach einem Nachmittag intensiven Schraubens zu zweit haben wir endlich den PX Motor wieder zusammen und auch gleich mit dem Rahmen verbunden. Blöd nur, dass ich mir hinterher nicht mehr so sicher bin, ob ich auch den O-Ring der Kickstarterwelle mitgetauscht bzw. ausgebaut habe oder nicht...
Naja, ein Test mit Getriebeöl wird die Frage hoffentlich beantworten können. Ich habe verständlicherweise keine große Lust auf erneutes Spalten :-(

etwas später dann, auch im Februar...
So, der O-Ring ist doch drin gewesen (Schwein gehabt) und hier sind ein paar Bilder vom Motor im Rahmen sowie einige beim Kabelbaum-Stricken. Hier gibt es auch gleich mal ein Schema zum Runterladen. Wenns denn später auch funktioniert...

Zur Montage des Spannungsreglers sei noch gesagt, dass unbedingt der Lack auf Höhe der Verschraubung am Rahmen abgekratzt werden sollte. Nur so kommt auch ne schöne Masseübertragung zustande. Wers nicht glauben mag, soll mal mit dem Ohmmeter nachmessen...


Anfang März | 2008
So, mal weiter hier. Die Elektrik ist am Motor und unter der Seitenbacke komplett verkabelt, der Bremslichtschalter ist montiert, eine Sprint- Lüfterradabdeckung hat auch den Weg an den Motor gefunden (sorgt für ooginaleren Look, nä) und dann...- ja dann fehlt eigentlich nur noch der Lenker.
Das dachte ich mir gestern auch und wollte mal "eben schnell" den Lenker anbauen, Züge einhängen und die Elektrik dort verkabeln. Bin aber bis auf den fummeligen Einbau der ver.... Innenrohre für das Lenkerendblinker-Geraffel nicht sehr weit gekommen. Was für ein Mist!!! Nach geschlagenen gefühlten 2 Stunden habe ich dann in 5 Minuten das Innenrohr nebst Griff für die Schaltung verbaut und erst da fiel mir auf, dass eventuell ja die Führung auf der Gaserseite auch vertikal stehen könnte... und nicht, wie in drölf verschiedenen Anordnungen von mir versucht, horizontal. Tja, und das war des Rätsels Lösung. Da muss man erstmal drauf kommen!
Bilder folgen...

Halleluja! So muss es sein! Der Lenker ist druff. Beweise hier:

immer noch März | 2008
So, gestern habe ich mich mal an den Rest gemacht. Bis auf die Backen und ein paar Kleinigkeiten wie Schriftzüge dran etc. ist alles fertig. Leider will aktuell der Motor auch net so wie er soll- nix Zündfunke. Die Lichtspule scheint dafür zu funktionieren, da das Licht beim Kicken leuchtet. Ich tippe also auf irgend einen Kabelbruch von der Zündgrundplatte (ZGP) oder Zündkabel von der Blackbox; schlimmstenfalls wäre die Zündspule dahin, was ich mir aber erstmal nicht ausmale.
Wie geht man nun vor? Zunächst Kabelkästchen demontieren, dann alle Kabel von der ZGP auf Konsistenz sowie Durchgang prüfen. Meßwerte für die ZGP gibts hier. Damit kann man anhaltsweise prüfen, ob die Platte bzw. Blackbox noch i.O. ist. Ich werde berichten...

Der nächste Tag dann:

 

So soll das sein! Die vermuteten Fehler an der ZGP haben sich zum Glück als unbegründet dargestellt. Es lag einzig und allein an zwei bis drei Kabeln, die am neu hinzugekauften Schlüsselschalter nicht richtig angeschlossen waren. Hier sollte man sich unbedingt mal den Verlauf der Leiterbahnen bzw. die Kontakte am Schlüsselschalter selbst ansehen. Ich hatte bei Schlüsselstellung = EIN dadurch immer das Blinksignal gegen Masse geschaltet. Das Ergebnis war ein schön blinkendes Licht am Roller...
Nun fehlen wirklich nur noch Kleinigkeiten wie Schriftzüge, Trittmatte im Durchstieg, Ersatzradhalter etc. Dann noch ne Probefahrt und auf gehts!

TÜV im März | 2008
Zwischen zwei Schneestürmen bin ich dann mit der ersten längeren Probefahrt gleich zum TÜV. Hab zum Glück, auch wohl aufgrund eines netten Prüfers, mit ein paar geringen Mängeln dann doch die Plakette bekommen. Aktuelle Fotos folgen bald.


Motor auf- Getriebetausch | Mai 2008
Auf ein neues. Wer auf meiner Seite aufmerksam die aktuellen Fotogalerien studiert hat, hat vielleicht auch gelesen, dass ich bei der TSI-Mai-Ausfahrt einen Liegenbleiber hatte. Grund war das herausgelöste Distanzstück des hinteren Stoßdämpfers, welches diesen kurzerhand abfallen ließ. Auweia. Zum Glück im Stehen an der Ampel passiert...
Außerdem hat sich anschließend wieder ein Klackern im Motor bemerkbar gemacht, welches sich nach Erstdiagnose als mein schluderiges PX alt-Getriebe im Motor herausstellte. Womöglich ist dieses nicht mehr korrekt ausdistanziert und sorgt in Kombination mit einer ausgeleierten Schaltraste damit für sehr unschöne Bocksprünge an der Ampel...
Man kann dies im Leerlauf und Schiebebetrieb deutlich hören. Meiner Meinung nach sollte man solche Spielchen wie "PX alt-Getriebe in Lusso-Gehäuse" doch lieber vermeiden. War bisher bei mir nur nicht so in Erscheinung getreten; aber für die Zukunft möchte ich da Ruhe haben.

Schade, dass mir das erst jetzt bewußt geworden ist. So habe ich also den Motor dann mal wieder geöffnet und das PX alt-Getriebe nebst Schaltraste ausgetauscht. Im Auktionshaus habe ich ein gutes und günstiges Lusso-Getriebe ersteigern können.


Getauscht wird übrigens nur die Antriebswelle. Das Vorgelege bleibt, weil identisch. Lediglich PX alt und Lusso-Getriebe unterscheiden sich deutlich.
So sind die Lusso-Zahnräder im Mittelsegement breiter, das Schaltkreuz ist ein anderes und in der Führung für das Schaltkreuz sind in der Antriebswelle kleine Einkerbungen vorhanden. Diese beiden Merkmale tragen deutlichst dazu bei, dass die Gänge nicht mehr springen. Nebenbei habe ich das Getriebe hier auch korrekt ausdistanziert. Das axiale Spiel darf maximal 0,40mm betragen.
Ferner besitzt das Lusso-Getriebe eine andere Schlüsselweite am Schaltbolzen (17mm). Man kann also schon nach Abnahme der Schaltraste erkennen, was für ein Getriebe verbaut ist. PX alt hat hier 13mm Schlüsselweite und zudem eine andere Schaltraste verbaut (Hebelstellung im 3. Gang 1,5mm Abstand zur Dichtfläche; bei der Lusso parallel).


Motor wieder zu | Mai 2008
Mittlerweile habe ich also den Motorumbau allein hinbekommen (mein erstes Mal allein...) und muss nun nur noch den hinteren Stoßdämpfer vernünftig wieder verschrauben. Aufgemerkt: hier gehört zwischen Distanzstück und Gummipuffer an der oberen Aufnahme noch ein Sprengring 9mm dazu, der die Verschraubung damit kontern hilft. Werde das ganze zusätzlich noch mit Loctite Schraubensicherung sichern. Die Dämpferfeder hinten habe ich übrigens auch gegen eine 30% härtere Bauart getauscht, was den Fahreigenschaften sehr zugute kommt.


This website was created by using valid HTML 4.01 Transitional and CSS.

Valid HTML 4.01 Transitional Valid CSS! Diese Seite zu Mister Wong hinzufügen